Wenn Licht Wasser übertrifft – Laserstrahltechnik als fortschrittlicher Saubermacher

Wenn Licht Wasser übertrifft – Laserstrahltechnik als fortschrittlicher Saubermacher

In einem kürzlich durchgeführten, siebenjährigen Inspektionszyklus einer Krananlage, kam erstmals ein Laserstrahl anstelle eines Wasserstrahls zum Einsatz, um den Lack von den Schweißnähten im Mastbereich zu entfernen.

In diesem Fall wird die lackierte Schweißnaht mittels Laserstrahl, also durch reine Lichtenergie bestrahlt und der Lack an dieser Stelle entfernt, um weitere Untersuchungen an der Schweißnaht durchführen zu können. Bei korrekter Ausführung dieser so genannten Laserreinigung wird das Grundmaterial – in diesem Fall die Schweißnaht – nicht beeinträchtigt. Somit bleiben selbst feinste Haarrisse ersichtlich.

Grundsätzlich werden bei einer Laserreinigung, leistungsstarke Laserimpulse von wenigen Nanosekunden gezielt eingesetzt, welche eine schnelle thermische Einwirkung auf die Oberfläche erzielen. In dieser kurzen Zeit kommt es zu einer Verdampfung des Lackes an der gewünschten Stelle, ohne dabei das Grundmaterial, in diesem Fall die Schweißnaht zu beschädigen.

Eine Beschädigung des Grundmateriales wird durch die Abtragschwelle bzw. dem damit verbundenen Schwellenwert verhindert. Jedes Material hat eine unterschiedliche Molekülverbindung und dementsprechend verfügt jedes Material über eine spezifische Abtragschwelle. Liegt die angewandte Laserenergie unter der Abtragschwelle des abzutragenden Materialen kann der Laserstrahl beliebig oft angesetzt werden, ohne dass das Material abgetragen wird. Im konkreten Fall muss die Abtragschwelle über der des Lackes liegen, um eine Entlackung zu ermöglichen. Der Schwellenwert des Lackes ist deutlich geringer als der von Metallen. Die hohe Differenz der beiden Werte ermöglicht es den Lack vollständig verdampfen zu lassen, ohne dabei das darunterliegende Material zu beschädigen.

Die Laserreinigung bietet gegenüber der Wasserstrahlreinigung folgende Vorteile:

  • Die Laserreinigung ist sehr umweltfreundlich, da keine Verbrauchsmaterialien benötigt werden – es wurde in diesem Fall etwa 25 Kubikmeter Frisch- und Abwasser eingespart.
  • Es wird kein Dieselkraftstoff verbraucht.

  • Keine Lärmbelästigung

  • Es findet keine Verschmutzung des Einsatzortes während der Laserreinigung statt.

  • Durch den Verzicht auf Wassernebel wird die Bildung von Flugrost an den entlackten Stellen verhindert.

  • Die Laserreinigung kann dank der integrierten Absaugung direkt in einer Halle durchgeführt werden.

  • Es entsteht eine Kostenersparnis, da keine Nacharbeit (z.B. Entfernung von Flugrost und Reinigung) erforderlich ist.

Die Entlackung mittels Laser hat gezeigt, dass der Einsatz innovativer und nachhaltiger Technologien dabei hilft, die Wartungskosten zu senken, umweltfreundlicher zu arbeiten und die Effizienz bei gleich-zeitiger Schonung der Ressourcen zu erhöhen.